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Sollte es Menschen als Zeugen des Bausenbergausbruchs vor ca. 140.000 Jahren gegeben ha­ben, so hätte sich diesen ein großartiges Schauspiel dargeboten:
- eine La­va­fontäne mit einer mächtigen, aufwärts rasenden Erup­tions­­wol­­ke  darüber und
- ein Lavastrom, der in das bewaldete Tal nach Nord­os­ten hinab­floss.

NOLL hat in THIELE & BECKER (1975) ausführlich über den Bausenberg berichtet.

Der gemischte, ejektiv-effusive, d.h. aus­­wer­fend-ausfließende Aus­bruch, der sich vermutlich über eine Ge­samt­­dauer von we­ni­gen Wo­­chen er­streckte, begann nach dem Initial­durch­bruch mit schwa­cher Aschen­wurf­tätigkeit, hatte seine Haupt­­pha­se und klang da­nach all­mäh­lich aus. Die Bewertung der geschich­te­ten vul­ka­ni­schen Lockermassen in den Auf­schlüssen am Schlacken­ke­gel lässt le­diglich einen skiz­zen­haf­ten Umriss des Eruptionsverlaufes zu.
 


 
Der Initial­durch­bruch scheint wenig explosiv ge­wesen zu sein, denn es findet sich kein Sprengschutt. Anzuneh­men ist eine schwa­che Ent­ga­sungs­tätigkeit mit rhythmi­schen Aschenwürfen. Hier­bei wurde zunächst neben wenig juve­ni­lem, mag­ma­ti­schem Material auch reich­lich zerstäubtes Devon der Schlotwan­dung aus­­­ge­blasen. Diese warmen, ersten Aschen entblät­ter­ten in weni­gen Stun­den die Ve­ge­tation der Um­gebung. Form und Farbe der roten La­pilli-Lagen deu­ten an, dass ein Groß­teil der Förderprodukte bei die­sen schwa­chen, rhyth­mischen Wür­fen im­mer wieder in die Schlotöff­nung zurück­pras­selte. Ein stärkerer Gas­strahl, der nachfolgend auch nicht oxidierte Lapilli förderte, warf das Material dann gelegentlich über den Krater­rand aus.

"Anschnitt" in einer ehemaligen Lavaabbaugrube









Heftige Lavawurf- und Lavafontänen-Tätigkeit in der Hauptphase lassen sich im Abschnitt B sehr gut nachzeichnen



Rot, braun und grau geschichtete Lapilli im Abschnitt A kennzeichnen die rhytmischen Auswürfe aus der Anfangsphase


 
Mittlerweile war das gasreiche Magma im schon stark erweiterten Schlot hochgestiegen und es setzte heftige Lavawurf- und Lava­fon­tä­nen­tätigkeit ein. Mit einem Umschwung zu schwarzen Lapilli, Wurf­schlacken, Bom­ben und Lavafladen begann die Hauptphase. Rhyth­misch, in Abständen von einigen Sekunden, jagte rot glühen­de La­va in der Form einer Fontäne einige 100 Meter hoch empor, zer­legt in Klum­pen und Fetzen und be­glei­tet von Wolken schneller er­star­ren­der Lapilli und Schlacken. Dieses leich­tere, feinkörnigere Material wur­de von schwachen westlichen bis nord­west­­lichen Win­den etwas ver­drif­tet, wodurch die östlichen Wallteile stärker auf­gebaut wurden. Die bizarren Lavafetzen und zum Teil ton­nen­­schweren Bom­ben fielen vor­zugs­weise im Inneren des Kraters nieder. Sie lande­ten aber auch auf den La­pilli und Wurf­schlacken des Außenhanges, wobei die größten, noch glühenden Ein­hei­ten zer­spratz­ten und zu Mi­ni­a­tur­strö­men ausein­an­der flos­sen. Auf der Innenseite wird es in dieser Phase zur Ablagerung von Schweiß­schlacken-Partien gekom­men sein, die immer wieder in den Krater ab­rutschten.
Während der Kulminationsphase der Eruption wird auch der Lavastrom eingesetzt haben. Teils wurde er aus den niederprasselnden Lavafetzen ge­speist, zum größten Teil aber wallte er aus dem Kraterboden auf und riss im Norden eine Bresche in den Wall, durch die er abfloss.
 


 
Allmählich nahm die Lavawurftätigkeit ab, gele­gent­lich waren aber neue Verstärkungen deutlich er­kennbar.
Die Förderrate und Dünn­flüs­­sigkeit der Lava reichte noch kurz vor dem Ende der Eruption aus, um bizarre Schweiß­­schlacken-Felsen und schwach ver­schweißte Wurf­­­schlacken-Par­tien auf der Wallkrone auf­zu­bauen.
Mit der Förderung wasserdampfreicher Gase klang der Aus­bruch im süd­lichen und östlichen Wall-Teil aus. Hier ist das Aus­wurf­material in­folge durchströmender vulkanischer Gase intensiv gerötet.
 

Bricht der Bausenberg in Kürze wieder aus?








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