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Am 14.April 1981 wurde der Bausenberg endgültig unter Naturschutz gestellt.
Schutzzweck ist - Zitat aus der Rechtsverordnung -

"[...] die Erhaltung des Schlackenkegel-Vulkans mit seinem gut ausgebildeten Ringwall und dem nach Nordosten ausgeflossenen Lavastrom, wegen seiner besonderen geologischen Bedeutung
und als Standort seltener Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften
sowie als Lebensraum seltener Tierarten aus wissenschaftlichen Gründen."
 




















Das NSG Bausenberg



Das NSG Bausenberg lässt sich grob in vier Bereiche aufteilen:

     (1)        Die Wälder nördlich des Bausenberg-Vulkans
     (2)        Das westliche Offenland
     (3)        Das östliche Offenland
     (4)        Der Bereich des eigentlichen Vulkans

Bei einem Spaziergang durch die (1) nördlichen Waldbereiche erkennt man rasch, dass es sich fast ausschließlich um Laub-Mischwälder mit vor­herr­schendem Rotbuchenbestand, Fagus sylvatica, handelt.
Dazwi­schen stehen örtlich (wie Erle und Hasel zu den Birken-Gewächsen gehörende) Hainbuchen, Carpinus betulus, und ver­schie­dene Eichen-Arten, hauptsächlich Quercus petraea und Quercus robur.
Eine Krautschicht ist nur dürftig vorhanden. Erwähnenswert ist das zer­streute Auftreten der Stechpalme, Ilex aquifolium, die hier im Be­reich des Brohltals in der Osteifel etwa ihre Südostgrenze hat.















Rotbuchenbestände im nördlichen Teil des NSG mit Ilex-Büschen

Im westlichen Teil des NSG liegt die Quellmulde (Qu) eines Seiten­baches des Vinxtbaches, der das Gebiet zum Rhein hin entwässert.
Wasser führend ist dieses Bächlein lediglich im Frühsommer. Aufgrund zahlreicher Stö­run­gen, beispielsweise durch Nährstoffeintrag von den benachbarten Äckern oder durch suhlendes Wild, konnte sich keine typi­sche Quell­flur ausprägen.
An offenen Stellen trifft man das Sumpf-Vergiss­mein­nicht, Myosotis palustris, den Flutenden Schwaden, Gly­ce­ria fluitans, und wenige Exem­pla­re der Wald-Engelwurz, Angelica sylvestris.
Im Nordwesten des NSG liegt zwischen den ausgedehnten Buchen­be­ständen und Agrarflächen ein kleiner Eichenwald mittleren Alters. Bemerkenswert ist, dass hier vereinzelt der Seidelbast, Daphne meze­reum, anzutreffen ist. Der Autor hat ihn mit vier Exemplaren entdeckt.
Stellenweise gibt es in diesem Nordrevier einige forstwirtschaftlich be­dingte, naturferne Nadelholzforste aus gleichartigen Monokulturen von Fichten, Picea abies, seltener Kiefer, Pinus sylvestris, und Lärche, La­rix decidua.

Das westliche und das östliche Offenland werden landwirtschaft­lich ge­nutzt, besonders intensiv der (2) westliche Teil. Durch den hohen Pes­ti­zid- und Düngereinsatz ist die Ackerflora inzwischen stark ver­armt.
Bemerkenswerte Arten sind nicht zu entdecken, es dominieren die „Acker-Unkräuter“, wie die Taube Trespe, Bromus sterilis, und das Acker-Veil­chen, Viola arvensis.
Abwechslung in diese „Agrarsteppe“ bringt lediglich eine kleine Bra­che inmitten eines Feldes. Der Basaltstrom des Bausenberges steht hier oberirdisch an (vgl. Geologische Übersichtskarte von NOLL auf der Seite VULKAN - Basaltlavastrom), eine Bewirtschaftung dieser Fläche als Acker ist daher nicht möglich.
Dort, wo eine flache Bodenschicht entstanden ist, haben sich ma­gere, wie­sen­ähnliche Stellen ausgebildet mit typischen Arten wie Purgier-Lein, Linum catharticum, Margerite, Chrysanthemum leucan­the­mum, Ha­sen­brot, Luzula campestris, Hornklee, Lotus corniculatus, Erdbeer-Fin­ger­kraut, Potentilla sterilis, Knöllchen-Steinbrech, Sa­xi­fraga gra­nu­lata, und die Zypressen-Wolfsmilch, Euphorbia cypa­rissias. Auch haben sich schon einige Gehölzstrukturen entwickelt.
Dieses Areal stellt innerhalb der Agrarflächen ein hochwertiges Bio­top dar, jedoch fehlen vernetzende Strukturen.





Die oben angesprochene Brache ist links durch einen kleinen weißen Pfeil markiert

Das (3) Offenland im Osten und Nordosten ist wesentlich viel­ge­stal­ti­ger. Neben häufigen Arten konnten hier zwei bemerkenswerte Arten fest­gestellt werden: An einem Ackerrand war es ein Exemplar des Mäu­­­se­­schwänzchens, Myosurus minimus, und an Säumen entlang der Äcker stand hin und wieder der Schierling, Conium maculatum.
Innerhalb der üblichen Agrarflächen findet man einzelne Wirtschafts­wie­sen, Streu­obstbestände, Brachen, Feldgehölze und auch ein lichtes Eichen-Hain­bu­chen-Wäldchen. In diesem wächst als seltene Art das Christophs­kraut, Actaea spicata.
Ebenfalls erwähnenswert ist eine kleine Brache, die Wuchsplatz des sel­tenen Hohen Fingerkrauts, Potentilla recta, ist.









Offenland im Nordosten
















Offenland im Südosten
 

Große Bereiche der Ackerflächen wurden in den letzten Jahren kaum ge­nutzt. Auf den Brachen sind Arten- und Blütenreichtum entstanden. Zu der Roten Schuppenmiere, Spergula rubra, dem Acker-Spark, Sper­gula ar­ve­n­sis, der Acker-Hundskamille, Anthemis arvensis, und dem Acker-Frauenmantel, Aphanes arvensis, gesellt sich in letzter Zeit das stark in Aus­breitung befindliche Schmalblättrige Greiskraut, Senecio inaequi­dens, hinzu. Erstmalig in Deutschland wur­de 1989 diese giftige Pflanze in Nürnberg am Ran­gier­­bahn­hof ge­fun­den. Inzwischen breitet sie sich auf offenen, san­dig-rude­ra­len Böden aus. Diese Tendenz besteht in ganz Mitteleuropa. 
Die Senke des bereits angesprochenen Seitenbaches zum Vinxtbach wird intensiv als Acker- und Grünlandstandort genutzt. Auf einer Brache tre­ten jedoch noch zahlreiche Pflanzen auf, die zum Teil wech­sel­trockene Ver­hält­nisse widerspiegeln. Besonders erwähnenswert sind das Tau­send­güldenkraut, Centaurium erythraea, die Flatter-, Juncus effusus, und die Knäuel-Binse, Juncus conglomeratus, sowie die Kuckucks-Lichtnelke, Lychnis flos-cuculi. Inzwischen ist diese Fläche mit Fich­ten aufgeforstet worden.

Es bietet sich an, die Vegetation des (4) eigentlichen Bausenberg-Vul­kans in fünf Bereiche zu unterteilen:

   (a)              Vegetation aufgelassener Lavagruben am Südosthang
   (b)              Vegetation der Wälder am Vulkan
   (c)              Grünlandvegetation am Vulkan
   (d)              Die Wegsäume am Vulkan
   (e)              Die Vegetation der Kratersohle

In den aufgelassenen (a) Lavagruben werden die Ränder von ständig be­wegten Schweiß­schlackenhalden gebildet.
Hier steht vor al­lem reich­lich der Saat-Hohlzahn, Galeopsis segetum. An weniger be­weg­ten Stel­len gesel­len sich u.a. der Salbei-Gamander, Teu­cri­um scrodonia, der Schwal­ben­wurz, Vincetoxicum hirundinaria, und der Nat­tern­kopf, Echium vulgare, hinzu.

Der ganze (b) Bausenberg-Ringwall ist mehr oder weniger komplett mit Wald bestanden. Der Buchen-Hochwald am Osthang lässt sich in grö­ße­ren Bereichen als Braunerde-Buchenwald deuten, in dessen Kraut­schicht typi­sche Arten, wie Wald-Bingelkraut, Mercurialis perennis, Waldmeister, Galium odoratum, und Einblütiges Perlgras, Melica uniflora, flächen­deckend wachsen.
Dominierend sind Eichen-Hainbuchen-Niederwälder trockener und fri­scher Ausprägung. Hier ist die Krautschicht ausgesprochen arten­reich und üppig entwickelt. Mullbodenpflanzen wie Nestwurz, Neottia ni­dus-avis, Christophskraut, Actaea spicata, Frühlings-Schlüssel­blu­me, Primula veris, und Gold-Taubnessel, Lamiastrum galeobdolon ssp. montanum, zeigen hier nährstoff- und basenreiche Böden an.
Im Bereich der 2 - 3 m hohen Schweißschlacken kann selbst die Hain­bu­che nicht mehr gedeihen. Dort wächst die Stiel-Eiche, Quercus ro­bur, nur krüppelnd, wie auf dem nachfolgenden Bild zu sehen ist.



















Krüppelnde Stieleiche
im Bereich der großen Schweißschlackern im inneren Krater-Ringwall unterhalb des Trigonometrischen Punktes, der den höchsten Punkt mit 339,8 m ü.NN. kennzeichnet

Bemerkenswert ist hier das Vor­kom­men weniger Exemplare der Farn­arten Schwarzstieliger Streifenfarn, As­ple­nium adi­an­tum-nigrum, und Nor­di­scher Streifenfarn, Asplenium sep­ten­tr­io­nale. In größeren Gesell­schaf­ten wächst in diesem nördlichen Be­reich des Kra­ter­walles der Gemeine Tüpfelfarn, Pol­y­po­dium vulgare, auf und zwi­schen den Schlacken. Dem aufmerk­samen Wanderer entgehen auch nicht der Braunstielige Strei­fenfarn, Asple­nium trichomanes, und der Bu­chen­farn, Thely­pteris phegop­teris.

Wenn man sich bei den Farnen die Sporen anschaut, erklären sich manche Namen:
links der Tüpfelfarn und rechts der Schwarzstielige Streifenfarn

Infolge der Bewirt­schaf­tungsaufgabe haben sich auf weiten Teilen des Süd- und Südost-Ringwalles Pio­nier­gebüsche und -gehölze ge­bil­det. In einem Bereich hat sich die Robinie, Robinia pseudacacia, an­ge­sie­delt und bildet inzwischen einen eigenen kleinen Wald. Nadelholz ist nur kleinflächig vorhanden. Neben zwei Fichtenbestän­den am Osthang sind noch eine rechteckige Anpflan­zung am Südwest­hang und ein Lärchenvorkommen am Südhang zu nennen.

Die (c) Grünland-Vegetationsflächen setzen sich aus Glatt­hafer­wie­sen, von 1991 - 1993 entbuschtem Grünland und Halb­­trocken­rasen zusam­men.
Aus der Flora der Glatthaferwiesen sind als beachtenswert die Fieder-Zwen­ke, Brachypodium pinnatum, und die Bunte Kronwicke, Co­ro­nilla va­ria, zu nennen. In den von der Verbuschung befreiten Flächen tritt hin und wieder die Aufrechte Trespe, Bromus erectus, auf.
Halbtrockenrasen sind leider nur noch sehr kleinflächig erhalten. Diese wichtigen „Relikt-Flächen“ verdienen besondere Beachtung bei den künf­tigen Pflegemaßnahmen an den Hängen des Hufeisen-Vulkans. 

(d) Die Wegsäume entlang der Ringwallkrone und am Südhang haben auf­­­grund ihrer biotopvernetzenden Wirkung und als Wuchsort seltener Pflanzen und Pflanzengesellschaften eine hohe Bedeutung. Hier sollte der Bausenbergbesucher der Natur besondere Sorgfalt und Rücksicht ent­ge­gen­bringen.
Die beiden nachfolgenden Fotos von "Pflanzen am Wegrand" entstanden Anfang April 2003. 




Der Wald- oder der Wiesen-Goldstern
Gagea lutea oder Gagea pratensis

(e)  Im Kraterinneren werden die Flächen zum großen Teil als Dam­wild­gehege genutzt. Die Hegefläche ist reich strukturiert. Grünland wech­selt mit Streuobstflächen und einem Buchenbestand ab.
Es muss darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer Überbesetzung mit Dam­wild kommt, denn nur so kann man die gering vorhandene Kraut­schicht vor einer Überbeanspruchung bewahren.




Die Berg-Platterbse
Lathyrus linifolius   



 
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